Blinde Passagiere und botanische Überlebenskünstlerinnen. Häfen waren immer Orte besonderen botanischen Interesses. Mit den umgeschlagenen Waren aus verschiedenen Weltteilen kamen auch blinde Passagiere pflanzlicher Natur, die sich manchmal sogar erfolgreich ansiedeln konnten. In Zeiten von ‚Fremdenängstlichkeit‘ werden solche Zuwanderungsprozesse gerne kritisch gesehen – aber keine Angst: Containerisierung und flächige Versiegelungen geben Neuankömmlingen in modernen Häfen kaum noch Möglichkeiten zur Ansiedelung. Also botanisch alles uninteressant geworden? Nein, besonders dort, wo noch alte und kleinteilige Strukturen vorhanden sind, gibt es noch vielfältige Wuchsorte seltener Pflanzen. So etwa rund ums Hafenmuseum! Besonders Arten, die sich mit der menschlichen Wirtschaftsweise an magere Äcker oder armes Grünland angepasst hatten und jetzt dort durch massive Düngung verdrängt werden, finden zwischen den historischen Hafenstrukturen Fluchtorte zum Überleben.
Treffen: 14-16.30 Uhr, Hafenmuseum, Kopfbau des Schuppens 50A, Australiastraße,
Achtung! Nicht im Organisationsbereich des Botanischen Vereins, daher mit Anmeldung (s.o.) und Teilnahmekosten von 14 €
Leitung: Andromeda v. Prondzinski & N.N
13 und 14 Juni: Langer Tag der Stadtnatur: zwei Veranstaltungen unter Mitwirkung des Botanischen Vereins, für beide ist eine Anmeldung unter www.tagderstadtnaturhamburg.de erforderlich!