Mit der Ausweisung von Wasserschutzgebieten verbindet man in der Regel die Vorstellung, Grundwasserbrunnen vor Verschmutzungen mit Oberflächenwasser zu schützen.   Das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes fasst   in § 51 den Begriff aber viel weiter.

Danach kann jede Landesregierung durch Rechtsverordnung Wasserschutzgebiete festsetzen um

  1. Gewässer im Interesse der derzeit bestehenden oder künftigen öffentlichen Wasserversorgung vor nachteiligen Einwirkungen zu schützen,
  2. das Grundwasser anzureichern oder
  3. das schädliche Abfließen von Niederschlagswasser sowie das Abschwemmen und den Eintrag von Bodenbestandteilen, Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln in Gewässer zu vermeiden

Das Umweltbundesamt konnte aber auf Nachfrage keinen Fall benennen, in dem aus anderen Gründen als dem des Trinkwasserschutzes ein Wasserschutzgebiet ausgewiesen worden ist. Allerdings müssen die Länder dieser Bundesbehörde keine Auskunft darüber geben, wofür sie Wasserschutzgebiete ausweisen.

Wir wollten es daher von der Hamburger Umweltbehörde genauer wissen und fragten den Senator nach der Möglichkeit, den Wasserhaushalt von Mooren durch dieses Werkzeug vor Schäden zu bewahren.

Im Gegensatz zu Hochmooren, die allein vom auf ihnen niedergehenden Regen abhängig sind, werden Übergangs- und Flachmoore vom aussickernden Schichtenwasser gespeist, das ihnen von höher gelegenen Flächen mehr oder weniger flächig zuströmt. Daher ist es wichtig, dass diese Sickerwasserströme erhalten oder ggf. wiederhergestellt werden.

Zu den Übergangs- und Quellmooren gehören die im NSG Hummelsbütteler Moore gelegenen Kleinmoore Ohlkuhlenmoor, Hüsermoor und das Naturdenkmal Poppenbüttler Graben sowie das NSG Raakmoor. Die genannten Moore weisen schon länger Störungen in ihrem Wasserhaushalt auf, die sich während der Vegetationszeit bemerkbar machen, während die winterlichen Wasserstände günstige Verhältnisse vortäuschen. Jede weitere Verdichtung der Bebauung oder gar ein Näherrücken der Bauflächen im Wassereinzugsgebiet würde weitere Verschlechterungen des Moor-Wasserhaushaltes bedeuten.

In der Antwort der Umweltbehörde wird die Möglichkeit, auch aus Gründen des Moor-Wasserhaushaltes ein Wasserschutzgebiet auszuweisen, zwar grundsätzlich bestätigt, aber für Hamburg ausgeschlossen.  Begründet wird dies einmal mit ausreichenden Schutzbestimmungen in den bestehenden Natur- und Landschaftsschutzgebieten, darüber hinaus mit der möglichen Beeinträchtigung von Privateigentum, das in der Abwägung der Belange strenge Maßstäbe erfordert. Hierbei spielt besonders das „Wohl der Allgemeinheit“ eine besondere Rolle. Nach Auffassung der Umweltbehörde fällt der Schutz der Moore nicht darunter.

Immerhin hat die Umweltbehörde eine Untersuchung zum Wasserhaushalt der Moore in Hamburg in Auftrag gegeben. Man darf gespannt auf das Ergebnis dieser Begutachtung sein, noch mehr allerdings auf die ggf. daraus zu ziehenden Konsequenzen.

Text: Horst Bertram

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