Der Winter hat Norddeutschland 2026 weiterhin stark im Griff mit deutlichen Auswirkungen auf die Vitalität der Pflanzenwelt, aber auch auf die Meldeaktivität zur Neujahrspflanzenjagd. Mit nur 3 Einsendungen (von denen 2 vom Autoren-Duo selbst stammen) ein historischer Tiefstand. Zwei weitere Meldungen wurden für den 30. und 31.12. als Ersatz abgegeben, die schweren Herzens aber nicht in die finale Statistik aufgenommen werden, aber zumindest nachrichtlich erwähnt werden sollen. In diesem Sinne Dank an Herrn Fischer und einen Fund blühenden Schöllkrauts (Chelidonium majus) aus Bahrenfeld, sowie Dank an Andromeda für blühendes Schmalblättriges Greiskraut (Senecio inaequidens) von unterschiedlichen Stellen des Hafens.

Unter den drei Meldungen gibt es dennoch eine geographische Streuung, erstmals mit einem Überhang für außerhamburgisches Gebiet. So meldete Gisela Bertram 6 Arten aus der Geltinger Birk bei Flensburg und wir Bodendiecks einmal 2 Arten vom (sehr empfehlenswerten!) Westensee im Kreis Rendsburg-Eckernförde, sowie 22 Arten aus dem Raum Othmarschen bis Övelgönne. Möglich waren Meldungen ohne Schneegestöber nur direkt am Neujahrstag, wobei dies in Hamburg (wer sich erinnert) mit Sturmböen, Sturmflut und peitschendem Regen verbunden war.

Gisela hatte mehr Glück und konnte den Fotos nach bei schönem Wetter unter anderem die Neujahrs-Erstbeobachtungen blühenden Besenginsters (Cytisus scoparius, Abb. 1) und Wolligen Schneeballs (Viburnum lantana) in Falsthofts-Pommerby machen.

Entlang der Elbe Övelgönnes gelangen Bodendiecks Erstbeobachtungen der Hängepolster-Glockenblume (Campanula poscharskyana) und Weißem Labkraut (Galium album – unsere erste Rubiaceae), sowie Hain-Rispengras (Poa nemoralis) als dritte Rispengras-Art. Hier in Nachbarschaft auch zu ebenfalls blühenden – aber auch lebendgebährendem Platthalm-Rispengras (Poa compressa, Abb. 2) Das Övelgönner Elbufer ist generell ein ganz spannender Ort, da südexponiert und aufgrund der Luftfeuchtigkeit der Elbe und der alten Siedlungssubstanz ein interessanter Sonderstandort. Mit gelegentlichen Funden Weißen Bilsenkrauts (Hyoscamus albus), Schöner Zaunwinde (Calystegia pulchra), verhältnismäßig viel Schwarznessel, Zimbelkraut und Jüdischem Glaskraut wirkt der Sommeraspekt der Gassen beinahe westeuropäisch bis mediterran.

Mit immerhin 5 Neuzugängen war bei nur 3 Einsendungen mehr als erwartet noch dabei. Die Gesamtliste steigt nun auf 127 Arten, dabei wurden 27 Arten 2026 gefunden.

In der Verteilung der häufigsten Arten hat sich entsprechend ebenfalls wenig verändert. Gänseblümchen und Einjähriges Rispengras waren die einzigen Arten, die in mehreren Listen auftraten.

Über alle Jahre ergeben sich folgende Top 5:

  • 44 x Bellis perennis in 65 % aller Meldungen (+2 % z. Vorjahr)
  • 31 x Stellaria media (s.l.) in 46 % aller Meldungen (+-0 % z. Vorjahr)
  • 28 x Poa annua in 41 % aller Meldungen (+1 % z. Vorjahr)
  • 24 x Lamium purpureum in 35 % aller Meldungen (-1 % z. Vorjahr)
  • 22 x Senecio vulgaris in 32 % aller Meldungen (+-0 % z. Vorjahr)

Vielen Dank für alle Einsendungen sowie der Fotos und kleinen Geschichten von Ihren/Euren Neujahrstouren. Wir sind gespannt aufs nächste Jahr

 

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