24.10.2010 (Kommentare: 0)
Eine Stadt ist nicht nur eine Agglomeration von Bauten, sondern soll für Mensch und Natur ein bewohnbares und nicht ein abweisendes Gebilde sein. Dafür hat Hamburg mit dem Landschaftsprogramm einen Umweltvorsorgeplan geschaffen.
Für den Wohnungsbaukoordinator (im Gespräch mit Hinz und Kunz) ist allerdings die Umwelthauptstadt Hamburg 2011 ein Ärgernis, aber ein Übertreiben im Natur- und Umweltschutz hat noch niemand dem Hamburger Senat vorgeworfen!
Es zeugt nicht gerade von tiefer Einsicht, wenn mal auf den Schierlings-Wasserfenchel, mal auf den Wachtelkönig, mal auf Fledermäuse oder die Bauchige Windelschnecke oder die Großtrappe oder andere seltene Organismen ironische Seitenhiebe verteilt werden. Merken denn die Spötter nicht , dass sie den Trend des Verlustes an Biodiversität nur bestätigen, indem sie nach und nach alle diese Organismen als die geheimen Verhinderer abqualifizieren?
Bei Bebauungsabsichten ist beizeiten absehbar, dass man auch Naturschutzvor-gaben der EU und des Bundesnaturschutzgesetzes berücksichtigen muss.Wenn man das Naturschutzpersonal ausdünnt und in der Arbeitsfähigkeit einschränkt und zu spät einbezieht, wie es in Folge der Auflösung der bezirklichen Naturschutzreferate geschieht, kann das Planungen nur verzögern – oder sie später rechtlich angreifbar machen.
Der Senat wäre also gut beraten, die Naturschutzreferate in den Bezirken wieder zu beleben und das für größere Vorhaben zuständige Naturschutzamt der BSU zu verstärken, damit die Planungen der Stadt sachlich korrekt und im gewünschten zeitlichen Rahmen abzuwickeln sind. Der Ruf nach Hau-Ruck-Verfahren („den gordischen Knoten durchhauen“) ist vollkommen fehl am Platze.
Horst Bertram in einer E-Mail an das Hamburger Abendblatt