09.12.2010 (Kommentare: 0)

Forderungen an den Senat

Hamburg ist die Umwelthauptstadt 2011

  • In den Bezirken die arbeits- und leistungsfähige Naturschutzabteilungen wiederherstellen, die auch die Revierförstereien einschließen sollten. Das schafft nicht nur Synergie-Effekte, sondern auch mehr Rechtssicherheit für Planungen, die z.B. wegen fehlerhafter Vernachlässigung des Artenschutzes angreifbar sein könnten. 
  • Es nützt wenig, in Bebauungsplänen wortreich Ausgleichsmaßnahmen zu beschreiben, diese dann aber nicht verwirklichen zu können, weil die Arbeit nicht zu leisten ist.
  • Die Wiederherstellung einer selbständigen Umweltbehörde , in der Naturschutz und Landschaftsplanung nicht von den Stadtplanern erdrückt werden.
  • Naturschutzgebiete jeweils ganz in eine Hand geben! Es macht  keinen Sinn,  der Liegenschaft , der Wirtschaftsbehörde oder der Sprinkenhof-AG in Naturschutzgebieten Funktionen zu gestatten, die nur hinderlich für die Zielerreichung sind.
  • Hinderliche Verwaltungsbremsen abbauen. Sowohl in der BSU als auch in manchen Bezirken – z.B. in Wandsbek- werden etliche Maßnahmen nicht deswegen beizeiten umgesetzt, weil das Geld fehlt, sondern weil die oberen Instanzen alles bis zum letzten Buchstaben selber  kontrollieren und entscheiden wollen, ohne aber die Sachkompetenz zu besitzen. 
  • Den Artenschwund stoppen! Dazu braucht man auch die richtige Pflege- die Ausweisung von Schutzgebieten allein bewirkt noch nicht alles! Dafür benötigt man Fachleute. In Wandsbek z.B. ist (in einer geordneten Verwaltung lange vorhersehbar) Ende Juni 2010 der u.a. für die bezirklichen Naturschutzgebiete zuständige Fachmann in Pension gegangen. Bis heute hat die Bezirksamtsleitung keine Anstalten gemacht, für die Nachfolge zu sorgen. Ein Beispiel  dafür, wie sich  diese  Naturschutz-Einsparung auswirkt:  Der vom Rechnungshof vor Jahresfrist bemängelte verrottete  Zaun um die Volksdorfer Teichwiesen wurde bisher  nicht wegen  fehlenden Mittel erneuert , sondern weil das „Management des öffentlichen Raumes“ das arbeitsmäßig nicht mehr auf die Reihe bekommt.
  • Natur auch in der Stadt zulassen! Weder im Hamburger Hafen noch an allen Stadtstraßen müssen  „Wildkräuter“ beseitigt oder durch Cotoneaster-Dickichte ersetzt werden, vielmehr kann auch spontanes Grün zur Erhöhung der Biodiversität beitragen.
  • Den Biotopverbund  vorantreiben und umsetzen! Der Biotopverbund auf 15% der Landesfläche sollte möglichst bald im Landschaftsprogramm verankert werden. Dazu sollte man auch an Erweiterungen von Naturschutzgebieten denken, z.B. im Bezirk Wandsbek die Einbeziehung von Waldflächen auf der Westseite des Wiemerskamper Weges in das NSG Duvenstedter Brook und dessen  Arrondierung an der Ammersbek um ein Bruchwaldgebiet.
  • Gesetzlich geschützte Biotope stärker bekannt machen und auch schützen. Zu leicht werden sie übersehen und geraten unter die Räder oder werden nicht gepflegt, wie es z.B. bei Feuchtwiesen notwendig ist.
  • Die Marschenlandschaften Hamburgs durch wirksame Landschaftsschutzgebiets-Verordnungen sichern.
  • Die Elbe nicht weiter ausbauen und vertiefen. Das gilt auch für die Mittelelbe z.B. im Bereich Dömitz ,die schon wegen der prognostizierten sommerlichen Niedrigwasserstände  nicht für tiefergehende Schiffe  geeignet ist.  Das lange angekündigte Tide-Elbe-Management  sollte endlich  begonnen werden. Das ausführungsreife und finanzierte Pilotprojekt  Kreetsand darf nicht weiter verzögert werden.

Horst Bertram

Zurück