19.10.2011

Zukunftsfähiges Planen sieht anders aus!

Naturschützer kritisieren Umgang mit Landschaftsschutzgebiet in Volksdorfs Osten.

Seit einigen Monaten kursieren Wünsche nach einer Bebauung der landwirtschaft-lichen Flächen  im Südosten von Buchenkamp in der Lokalpresse. Bei der  Planung für die längst fertig gestellte Bebauung am Bahnhof Buchenkamp (Volksdorf 32) hieß es 1994, man werde eine klare Grenze zur frei bleibenden Feldmark sichern und diese dauerhaft erhalten. Es  wurde ferner im Bebauungsplan  festgelegt, umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen für die Versiegelung und Bebauung der Feldmark zu leisten. Diese wurden aber bis heute fast überhaupt nicht umgesetzt.

Im Flächennutzungsplan wurden die verbleibenden Flächen als landwirtschaftliche Flächen festgelegt. Das Landschaftsprogramm Hamburg  definiert diese als „Landwirtschaftliche Kulturlandschaft“, im Artenschutzprogramm sind  hier die  Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet  und als Schutzziele u.a. der Erhalt des Knicksystems und der  Feuchtbiotope vorgegeben ( § 30 Bundesnaturschutzgesetz).

Jetzt hat nach Presseberichten eine Baugesellschaft das Areal erworben, in  Kenntnis des bestehenden Planrechts, und trotz einer mittig verlaufenden Hochspannungsleitung. Man darf wohl vermuten, dass dafür Bauland-Erwartungspreise gezahlt wurden.

Andererseits meldete die Tagespresse: (Die Welt v.10.10.2011): „SPD will Bauern schützen — Landwirtschaft soll Schutz und Förderung erhalten/ Trend zum Flächenverlust stoppen.“  Das sollte wohl auch für Volksdorf gelten!

Für Ausgleichsmaßnahmen werden in Hamburg ebenfalls händeringend Flächen gesucht. Jetzt ist plötzlich davon die Rede, darüber zu diskutieren, wie man das Acker- und Grünland bebauen könnte – nicht darüber ob es denn überhaupt passieren dürfte! Es scheint laufen zu sollen, wie man es neuerdings gewohnt ist:

Ein Investor kauft und macht mächtig Dampf über die ihm zugänglichen Kanäle, und in grünen Farben wird die Planung als „ökologisch“ vorgestellt. Zukunftsfähige Planung sieht so nicht aus, kritisiert Horst Bertram vom Botanischen Verein und fordert den Erhalt  der Freiflächen am Stadtrand in Volksdorf. Mit dem Bauen auf der grünen Wiese muss endlich Schluss sein!

Was stattdessen  zu tun ist:

  • Umsetzung der überfälligen Ausgleichsmaßnahmen, die im B-Plan Volksdorf 32 festgesetzt worden sind
  • Förderung des ökologischen Landbaues auf den Flächen des ehemaligen Ferckschen Hofes
  • Extensivierung der Flächen im Talzug der  Moorbek  über das als Ausgleich festgelegte Maß hinaus.  Dazu ist die Rückumwandlung des zu Erdbeeracker umgepflügten Grünlandes erforderlich.
  • Wiederherstellung des bis in die 1970er Jahre vorhanden gewesenen  Knicks quer über die Tonradskoppeln.
  • Konkretisierung des Biotopverbundes Kiebitzmoor-Moorbek-Tonradsmoor  mit dem darin eingebetteten geplanten Naturdenkmal.

Horst  Bertram

Zurück

Einen Kommentar schreiben