08.11.2010

Biotopschutz und Umwelthauptstadt Hamburg 2011

Umwelthauptstadt Hamburg soll Biotope besser schützen!

Das fordern die Umweltverbände, die  in der UHU-Initiative zur Umwelthauptstadt Hamburg zusammenarbeiten (ADFC, Botanischer Verein, GÖP, NABU, Naturwacht und VCD). Sie möchten die Stadt Hamburg als europäische Umwelthauptstadt 2011 kritisch aber konstruktiv begleiten. Ein Faltblatt (PDF, ca. 2,0 MB), das aus der UHU-Initiative hervorgegangen ist, erklärt, worum es beim Schutz von Biotopen geht:

Nämlich um den bundesgesetzlich vorgeschriebenen Schutz von Lebensräumen  auch außerhalb von Naturschutzgebieten (§ 30 Bundesnaturschutzgesetz). Sie bilden wichtige Trittsteine für Pflanzen und Tiere und sind Bausteine für die Vernetzung ihrer Lebensräume im Biotopverbund, der 15% der Landesfläche Hamburgs umfassen soll.

Eigentlich eine großartige Idee: Der Schutz für gesetzlich geschützte Biotope greift automatisch, ohne eine besondere Verordnung und gilt auch auf Privatflächen, im Hafen und in Gewerbegebieten. Ob Naßwiesen, Teiche,Trockenrasen oder Bruchwälder – sie genießen gesetzlichen Schutz.

Und da ist eine Menge zu tun, findet Horst Bertram vom Botanischen Verein, der für das Faltblatt verantwortlich zeichnet, denn hier muss mehr informiert und dann auch durchgesetzt werden.

Aber wer macht die Arbeit?

Dass diese Arbeit mit einer Mitarbeiterin in der BSU für ganz Hamburg auch nur annähernd zu bewältigen ist, wird niemand glauben wollen.

Nicht selten tauchen in Unterlagen zu Bebauungsplänen lakonische Bemerkungen auf wie diese: „Es gab hier laut amtlicher Kartierung einen geschützten Biotop, der aber nicht wiedergefunden werden konnte."

Die Gründe dafür bleiben dann unerforscht, und ein Ersatz nur ein Wunschtraum.

Oder es weiß ein Betrieb nicht, dass man nicht Schutt die Böschung hinab in das Tideröhricht am Elbufer kippen darf, und die Hafenverwaltung merkt es nicht oder ist nicht zuständig.

Oder es weiß die Stadtentwässerung nicht, dass eine seggen- oder binsenreiche Feuchtwiese ein gesetzlich geschützter Biotop ist, oder Bezirksämter wissen nicht, dass sie solche Wiesen, die der FHH gehören, auch erhalten – also auch mähen lassen müssen. Gerade Feuchtwiesen sind wichtige Lebensräume für gefährdete Heuschrecken und Falter, bestätigt der Zoologe Dr. Joachim Horstkotte, der für den Botanischen Verein das Naturschutzgebiet Hummelsbütteler Moore betreut. „Ohne Pflege geht der Artenreichtum verloren“ weiß er aus Erfahrung.

Wer von Erhaltung der Biodiversität spricht, sollte im Kleinen anfangen, denn vor unserer Haustür drohen uns die kleinen Naturinseln verloren zugehen.

Zum Jahr der Umwelthauptstadt Hamburg 2011 muss mehr dazu geschehen, fordern die Naturschutzverbände der UHU-Initiative.

Horst Bertram

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