08.10.2010
Leuchtend gelbe Bänder ziehen sich an Autobahnen und Schienensträngen entlang - von Ende Mai bis zum Frost. Entlang der Verkehrswege hat sich das Schmalblättrige Greiskraut (Senecio inaequidens) auch in Hamburg ausbreiten können. Im „Hamburger Pflanzenatlas“, den der Botanische Verein erarbeitete, zeigt eine Karte auch viele Vorkommen in der inneren Stadt und im Hafen.
Die Pflanze stammt aus Südafrika und wurde mit Schafswolle von dort nach Mitteleuropa eingeschleppt. Sie besitzt schmale ungeteilte (grasähnliche) Blätter. Daran ist diese Art gut vom Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea) zu unterscheiden, dessen Blätter fiederartig zerteilt sind. Während das Jakobs-Greiskraut auf magerem Grünland vorkommt, ist das Schmalblättrige Greiskraut an häufig gestörten Wegrändern und anderen Ruderalstandorten zu finden.
Eine Gefährdung geht von dieser Art nicht aus, meint Horst Bertram vom Botanischen Verein in Hamburg. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass Pflanzenteile dieser Art in die Nahrungskette gelangen könnten.
Alle Greiskraut-Arten sind mehr oder weniger giftig- wie viele andere Pflanzen. Deswegen sind Gefahrenmeldungen nicht angebracht. Auf Viehweiden kommt das Schmalblättrige Greiskraut nicht vor. Berichte über Vergiftungsfälle beziehen sich auf das Jakobs-Greiskraut.
Ein Eindringen des Schmalblättrigen Greiskrautes in geschützte Biotope und Verdrängung seltener Arten ist im Binnenland bisher nicht zu beobachten und zu befürchten. Vielmehr wird das Schmalblättrige Greiskraut als Bereicherung unserer Flora betrachtet.
Auf den Führungen des Botanischen Vereins im Frühling und Sommer jeden Jahres werden auch die Greiskräuter vorgestellt, so dass solche Verwechslungen vermieden werden können.
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