Mit Besorgnis haben wir gelesen, dass es Bestrebungen gibt, die Baumschutzsatzung der Stadt Ahrensburg aufzuheben.

Baumschutzsatzungen sind keineswegs überflüssig- so wenig wie die bußgeldbewehrten Vorschriften der Straßenverkehrsordnung, die Autofahrern z.B. Tempoüberschreitungen verbieten, obwohl Rücksichtnahme im Straßenverkehr jedermann eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Viele Bürger werden sicherlich Bäume auf ihrem Grundstück aus freien Stücken erhalten wollen, aber in etlichen Fällen bestünde die Gefahr, dass der baulichen Ausdehnung hinderliche Gehölze abgesägt werden. Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland stehen in Artikel 14 (2) die schönen Sätze „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen.“ Und dem Wohl der Allgemeinheit soll durch den Erhalt einer von Gehölzen durchgrünten Stadt gedient werden, wie die Ahrensburger Baumschutzverordnung es in § 1 konkretisiert:

„Die Erklärung der Bäume zu geschützten Landschaftsbestandteilen (§ 29 BNatSchG) erfolgt mit dem Ziel, sie zu erhalten, weil sie

  • das Orts- und Landschaftsbild beleben und gliedern
  • zur Verbesserung der Lebensqualität und des Kleinklimas beitragen
  • die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes fördern und sichern
  • der Luftreinhaltung dienen und
  • vielfältige Lebensräume darstellen.“

Und dafür ist die Baumschutzsatzung der Stadt Ahrensburg ein gutes Regulativ. Sie kommt den Eigentümern weit entgegen, indem sie Pappeln, Birken, Fichten und Lärchen gänzlich ausklammert, gleichgültig, welchen Umfang sie besitzen. Darüber hinaus kann jeder Obstbaum absägen, wenn er es möchte. Das ist keine Gängelung der Bürger und keine überflüssige Bevormundung! Der Schutz  größerer Bäume ist besonders wichtig, weil deren positive Umweltwirkungen höher einzuschätzen sind. Die Baumschutzverordnung ist für manche Bauinteressenten die einzige Schutzvorschrift, die   sie von vorbeireitendem Kahlschlag abhalten kann.
Und deshalb sollte sie erhalten bleiben.

Horst Bertram

Zurück