Winterbotanik I – Mauerfarne in Hamburg, wer kennt neue Standorte?

Vorweg ein Dank an den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer. Wir hatten uns dort im Oktober gemeldet, als bei Sanierungsarbeiten an den Alstermauern nahe der Alsterkrüger Kehre ein paar schöne Exemplare des Braunen Streifenfarns Asplenium trichomanes dran glauben mussten.

Das Amt hat daraufhin sofort die Arbeiten unterbrochen, und wir haben uns bei einer Begehung gemeinsam auf das weitere Vorgehen geeinigt: Sanierung ja, wo immer sie nötig ist. Aber unter Schonung der Mauerfarne, denn diese richten im Gemäuer nur wenig Schaden an. Wir haben dann zugesagt, dem Landesbetrieb im Gegenzug eine aktuelle Übersicht über die Mauerfarnvorkommen in Hamburg zukommen zu lassen.

Aber wie aktuell sind unsere Daten im Hamburger Pflanzenatlas? Immerhin sind seit dem Erscheinen bereits 3 Jahre vergangen. Daher die Bitte an alle Hamburger Botaniker um die Mitteilung von Neufunden von Asplenium-Arten, die im Atlas nicht verzeichnet sind, wenn möglich per E-Mail an hans-helmut.poppendieck@web.de. Und damit Sie sich keine unnötige Arbeit machen, nennen wir hier die Vorkommen, die zwischenzeitlich nach 2010 in unsere Datenbank eingegeben wurden:

Für die Mauerraute Asplenium ruta-muraria

  1. 6142 Niendorf, Brücke der Güterumgehungsbahn über die Voght-Kölln-Straße ,
  2. 6134 Altona an der Treppe vom Olbersweg zur Großen Elbstraße ,
  3. 6131 im Hafen bei der Rugenberger Schleuse –

sowie für Asplenium scolopendrium

  1. 5837 im Quadranten des südlichen Volksparks und der Trabrennbahn Bahrenfeld
  2. 6334 bei den St. Pauli-Landungsbrücken.

Hans-Helmut Poppendieck

 

Winterbotanik II – Steinbuchen

„Wer sich einmal die Freude macht, die Buchenstämme genauer zu betrachten, wird eine unerwartete Fülle von Formen finden“ hatte Reinhold Tüxen geschrieben. Eine besonders markante Form sind Buchen mit rissiger, gefeldeter, eichenähnlicher Rinde. In der Literatur findet man Angaben für Göttingen, Thüringen, den Harz und Unterfranken. Sie werden seit alters her als „Steinbuchen“ bezeichnet.

Ihr Entdecker, der Botaniker Persoon, hielt sie (zu Unrecht) für eine Kreuzung zwischen Buche und Eiche, und angeblich soll ihr hartes und widerstandsfähiges Holz die Sägeblätter stumpf machen. Das ist aber umstritten, denn vor ein paar Jahren haben E.Schwab und H.A. Krause auch eine „Steinbuche“ mit normalem Holz beschrieben.

Wie dem auch sei: Steinbuchen gibt es auch in unseren Wäldern um Hamburg, und sie sind gar nicht mal so selten. Also Augen auf beim winterlichen Waldspaziergang. Besonders viele Steinbuchen kenne ich vom Forst Hagen in Ahrensburg und vom Seedorfer Werder im Kreis Herzogtum Lauenburg. 11.12.2013

Hans-Helmut Poppendieck

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