LSG Volksdorfer Buschwiese

Die Buschwiese liegt im Nordosten Volksdorfs, umschlossen vom stormarnischen NSG Heidkoppelmoor, gehört jedoch zum hamburgischen Bezirk Wandsbek. Sie steht nicht nur unter Landschaftsschutz, sondern ist als seggen- und binsenreiche Naßwiese auch als gesetzlich geschützter Biotop (§ 30 Bundesnaturschutzgesetz) ausgewiesen. Eigentümerin ist die FHH, die damit auch die Verpflichtung zur Pflege des Biotops hat.

Besonders im Winterhalbjahr kann es hier sehr nass sein, denn nach starken Niederschlägen staut sich die Moorbek oberhalb des Lottbeker Teiches auf und strömt sogar ein Stück aufwärts zurück in die Buschwiese.


Die Bachnelkenwurz (Geum rivale, RL HH 2) kommt u.a. in Feucht- und Nasswiesen auf sickernassen, nährstoffreichen Böden vor. Winterliche Fällaktionen verhindern die negative Beschattung der Feuchtwiese.


Deshalb muss zum Erhalt der Wiese der Abflussgraben funktionsfähig bleiben. Trotz ihrer Kleinheit ist diese Wiese artenreich, da sie auf kleinem Raum ein wechselndes Relief zeigt und stets nur extensiv genutzt wurde.

Sumpfdotterblumen (Caltha palustris) sind im Mai vom Wege aus zu erkennen, während sich das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) zur Blütezeit unter Gräsern und Seggen verbirgt wie auch Bachnelkenwurz (Geum rivale) und die Sumpfsternmiere (Stellaria glauca) und andere.

Allein 9 Seggen-Arten (Carex sp.) und 4 Binsen-Arten (Juncus sp.) kommen hier vor. Die ein wenig höher gelegenen sandigen Bereiche zeigen mit dem Echten und dem Gefleckten Johanniskraut (Hypericum perforatum und H. maculatum) und dem Hasenbrot (Luzula campestris) trockenere Bodenverhältnisse an.

Einmal jährlich wird die Wiese gemäht. Das regelt der Gebietsbetreuer des Botanischen Vereins. Für den Erhalt der Artenvielfalt soll die Mahd nicht später als Anfang Juli erfolgen, da sonst konkurrenzstarke Hochstauden wie der Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris) oder die Mädesüß (Filipendula ulmaria) die kleinwüchsigeren Arten wie das Knabenkraut verdrängen würden.

Eine kleine Fläche mit zahlreichen Knabenkräutern wird im Wechsel nach der Samenreife gemäht. Leider ist eine kostennneutrale landwirtschaftliche Nutzung nicht möglich, so dass ein Lohnunternehmer die Mäharbeiten durchführen muss und das Mähgut auf dem Kompost landet.

Der Botanische Verein hatte sich 1985 darüber beschwert, dass bei der Ausbaggerung des Lottbek-Teiches die Buschwiese als Schlammdeponie herhalten musste. Es konnte dann erreicht werden, dass der Schlamm von der Wiese wieder entfernt und als Wall am rechten Waldrand aufgehäuft wurde. Diese zeitweisen Ablagerungen werden die Ursache dafür sein, dass die Buschwiese in ihrem wegenahen Bereich ziemlich artenarm wirkt.

Seit 1985 wird diese kleine seggen-und binsenreiche Nasswiese (§ 30) mit Vorkommen von Dactylorhiza majalis vom Botanischen Verein betreut, nachdem wir gegen die hier erfolgte Ablagerung von Schlick aus dem Lottbek-Teich protestiert hatten. Mit der Übernahme der Betreuung sorgt nun der Botanische Verein für Pflege und Erhaltung dieser Wiese.

Pflegearbeiten 2011

Die auf dem Bild erkennbaren Fällarbeiten (Januar 2011) waren notwendig, um die kleine Wiese nicht zu stark verschatten zu lassen. Im Süden und Südwesten wurden die Erlen auf den Stock gesetzt. Man kann an ihrem Wuchs erkennen, dass dies vor geraumer Zeit schon mal gemacht wurde.

Der leichte Frost war günstig für diese Art von Arbeiten. Das Kleinholz wurde geschreddert und abgefahren, Stammholz wurde an den Weg mit dem Kettenmuli transportiert und dort von der Nabu-Gruppe, die das stormarnische NSG betreut, zur Eigennutzung abgeholt.

Der im Bild rechte Wiesenrand ist relativ trocken, zudem verwendete die beauftragte Fa. Edler Unterlegebretter an nassen Stellen.

Gebietsbetreuer Gerwin Obst

 

Karte LSG Volksdorfer Buschwiese

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